Universität Flensburg
Institut für Ästhetisch-Kulturelle Bildung

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Seite: experimentierfelder

KunstlehrerInnen als Experten für fächerübergreifende medienspezifische ästhetische Bildungsprozesse – Experimentierfelder in der Kunstlehreraus- und weiterbildung


Im Sommer-Semester 2006 startet eine Veranstaltungsreihe, die über zwei Jahre hinweg an der Universität Flensburg in Kooperation mit der Universität Hamburg geplant ist. Initiiert von Christine Heil und Manfred Blohm entwerfen und realisieren 14 Kunst- und Medienpädagogen (siehe Veranstaltungsübersicht) einen Rahmen zur Entwicklung von Zukunftsmodulen für die LehrerInnenbildung. Jedes Semester finden ein bis zwei Experimentierfelder in Form von einzelnen oder zusammenhängenden Blockveranstaltungen statt. Die experimentellen Erfindungen von Themenmodulen gehen der übergreifenden Frage nach: „Inwieweit können <KunstlehrerInnen als Medienexperten und Moderatoren in fächerübergreifenden medienspezifischen ästhetischen Bildungsprozessen qualifiziert werden?“

Es geht also vor allem um fächerübergreifende Aspekte und weniger um Fragen der Medienbildung bzw. des Einsatzes der sog. neuen Medien im Fach Kunst. Vielmehr wird die Rolle von KunstlehrerInnen an der Institution Schule neu gedacht. Dabei ist zu fragen, in welchen Medien-Feldern Kunstlehrer zukünftig qualifiziert werden müssten. Ziel ist es, inhaltlich und zeitlich überschaubare Module zu entwerfen und in ihrer praktischen Umsetzung zu erproben und weiter zu entwickeln, die sowohl im Studium als auch in der 2. Ausbildungsphase als auch in der Lehrerweiterbildung genutzt werden können.

<b>Zur Teilnahme eingeladen sind alle Studierenden, Lehrerinnen und Lehrer, Referendare sowie alle an Schulorganisation und Kunst- wie Medienpädagogik Interessierte.

 

 

 

aktuelle Veranstaltungsübersicht

 

Marc Fritzsche / Werner Fütterer / Prof. Dr. Torsten Meyer / Stephan Münte-Goussar / Julia K. Schawe

Experimentierfeld "Die Ordnung(en) der Dinge – digitales Sammeln"

 

Winter-Semester 2006/2007 und Sommer-Semester 2007

Termin: 15./16. Juni 2007

Fr. 16-20 und Sa. 10-16 Uhr

 

(Der Termin am 16./17. Februar 2007 entfällt!)

 

Ort: Universität Hamburg,

Multi-Media Studio, Raum 504, Von-Melle-Park 8

Ansprechpartnerin bei Fragen und zur Anmeldung bitte per Mail an ››Julia K. Schawe

Um eine verbindliche Anmeldung bis zum 8. Juni 2007 wird gebeten!

 

Im Mittelpunkt dieses Experimentierfelds soll die Frage nach der Strukturierung, Darstellung und Herstellung von Dokumenten, Informationen, deren Relationen, von Wissen und Ordnungssystemen stehen; in Bezug auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und der Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen; beispielhaft in künstlerischen Produktionen, wissenschaftlichen Systematiken und digitalen Datenbanken.

Wissensmanagementwerkzeuge wie das study.log System, das im MultiMedia-Studio der Universität Hamburg entwickelt wurde, können Unterstützung dabei leisten, inhaltliche Zusammenhänge und thematisch verwandte Dokumente und Wissensfragmente als Wissensgebiet in einem Beziehungsgeflecht zu organisieren und zu visualisieren.

Stephan Münte-Goussar wird die Frage stellen, wie study.log eine individuell erarbeitete Wissenslandschaft einer ständigen Umarbeitung anbietet. study.log legt es nahe, dass sich die selbst angelegten Strukturen – die individuellen Mind-Maps und Zettelkästen – immer wieder von neuem vorgenommen werden. Man entdeckt das eigene Wissen immer wieder neu. Neue Einsichten, neu entdecktes Material, aber auch nur eine geänderte Perspektive reizen zu verändernden Eingriffen: das gesamte Verweisungsgefüge verschiebt sich, muss re- oder neu formuliert werden. Die neu gefundenen Zusammenhänge wenden sich so gegen die bereits von einem selbst geknüpften Verbindungen. Es findet im wahrsten Wortsinne eine Selbstreflexion statt. study.log unterstützt diese Wiedervorlagen. In diesem Sinne ist study.log ein permanentes ePortfolio des eigenen Lern- und Forschungsprozesses.

Torsten Meyer und Julia Schawe werden das Projekt ‚KnowledgeFormation’ vorstellen, bei dem es um das Sammeln, Ordnen und Kontextualisieren von Materialien geht. Ausgehend von einer vorgegebenen Materialsammlung zu medieninduzierten Wissenformationen und -formatierungen von der Zentralperspektive zur Datenbank werden diese Umstrukturierungsprozeduren vorgeführt: Die Materialsammlung kann und muss sich individuell angeeignet werden. Ordnungsparameter und Kontexte müssen dabei nachvollzogen, können aber auch selbst erfunden und immer wieder überarbeitet, ergänzt oder umgeworfen werden. So entstehen individuelle, meist temporäre Wissenslandschaften, die zum Umordnen und Browsen oder auch zur Weitergabe und -bearbeitung von Materialien einladen.

Werner Fütterer wird zudem ein Projekt vorstellen, welches sich im Sinne eines „Ideen-management“ mit dem Sammeln, Archivieren, Zuordnen von digitalisierten Bildmotiven beschäftigt. Ein Durchforsten der abgelegten Daten lässt z.B. längst Vergessenes, nur unzureichend Beachtetes oder in neuen Kontexten erscheinendes Bildmaterial plötzlich in den Focus des Interesses rücken. Aus diesem Fundus kann sich eine Fülle von Möglichkeiten der gestalterischen Weiterarbeit und der Themenfindung ergeben.

Marc Fritzsche wird darstellen, wie digitales Wissensmanagement in der Lehreraus- und Fortbildung eingesetzt werden kann. Dabei werden drei Ebenen eine Rolle spielen: Erstens die weit reichenden sinnvollen Möglichkeiten, die theoretisch nutzbar sind, zweitens die realistische praktische Umsetzung und drittens die Differenzen zwischen den ersten beiden Punkten.

Das Experimentierfeld „Die Ordnung(en) der Dinge - digitales Sammeln“ richtet sich an die potentiellen Anwender von Wissensmanagementsystemen in der Schule und Hochschule, wie beispielsweise Studierende, LehrerInnen und ReferendarInnen. Die Veranstaltung wird zwei Blockseminare umfassen. Die erste Seminarsitzung wird im Wintersemester 06/07 stattfinden. Hier werden zunächst das Wissensmanagementsystem study.log und die oben genannten Projekte, die sich in der Entwicklung befinden oder bereits umgesetzt wurden, innerhalb von Vorträgen vorgestellt. Im Anschluss werden dann die Vortragenden mit den SeminarteilnehmerInnen mögliche Anwendungsszenarios bzw. Experimentierfelder konzipieren, welche dann wiederum von den TeilnehmerInnen zeitlich zwischen den beiden Blockseminarveranstaltungen in der Praxis angewendet und ausprobiert werden sollen. Die Ergebnisse der Anwendungsphase werden in der zweiten Blockveranstaltung im Sommersemester 2007 innerhalb der Auswertungsrunde vorgestellt. Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Wissensmanagementsystemen in der Praxis werden diskutiert und erläutert.

 

 

 

Klaus Möller / Christian Dewanger

Experimentierfeld „Üben“

Sommer-Semester 2007

Termine: 7./.8.7.2007 und 14./15.7.2007

Anmeldung bitte per Mail an ›› Klaus Möller

 

Kann man mit Hilfe künstlerischer Methoden Wahrnehmungs- und Handlungskompetenzen im Umgang mit neuen Medien erhöhen?

 

Durch das Studium bewusster und nicht bewusster Methoden des Übens (Einübens/Ausübens) sollen alltägliche und ungewöhnliche Übungsmuster entdeckt und neue erfunden werden. So könnten z.B. die "Handhabung" eines Musikinstruments, eines Handys und eines zwischenmenschlichen Konflikts Gegenstand des Experiments sein. Die gefundenen und erfundenen Übungsmuster sollen als Material für Improvisationen und verschiedene Darstellungen in Wort, Bild und Klang dienen.

Anhand der dabei gemachten Erfahrungen sollen Rückschlüsse auf den alltäglichen Umgang mit technischen Apparaten gezogen und die Fähigkeit zum künstlerisch-kreativen Umgang mit neuen Medien gefördert werden.

 

Übungsleiter:

 

Klaus Möller, 1999 Diplom in Erziehungswissenschaften und 2005 in Visueller Kommunikation, Lehrtätigkeit in den Bereichen Freie Kunst, Medienkunst, Mediendidaktik, Kunst- und Mediengeschichte sowie als freier Künstler, Webseite: www.klausmoeller.net

 

Christian Dewanger, 2003 Diplom in Erziehungswissenschaften, Übungsleiter in T`ai Chi und Qigong seit 2004 mit eigener Schule, Promotion zum Thema »Integrale Identitätstheorie«, Webseite: www.dewanger.de

 

 

 

Sara Burkhardt / Andrea Sabisch

Experimentierfeld "we blog"

Sommer-Semester 2007 Termine: 4. und 5.5.6. sowie 8. und 9.6.07

Anmeldung bitte per Mail an ›› Sara Burkhardt

 

Weblogs oder „blogs“ sind regelmäßig aktualisierte Webseiten, die Texte und Bilder in umgekehrt chronologischer Reihenfolge darstellen. Sie dienen als Tagebuch, zur Kommunikation über bestimmte Themen, als Forschungswerkzeug oder als Veröffentlichungsplattform. Im Workshop soll anhand praktischer Übungen untersucht und ausprobiert werden, inwieweit sich blogs im Unterricht als lernbegleitende und diskursgenerierende Tagebuchform eignen.

 

 

 

Stephan Münte-Goussar u.a. (Team: Schule / Personalmanagement / Kunst)

Experimentierfeld „(e)-Portfolio – Übung zur Selbstvermarktung oder Übung der Selbsttransformation?"

Winter-Semester 2007/2008

Anmeldung bitte per Mail an ›› Stephan Münte-Goussar

 

Neben einem Beitrag zur Frage „Inwieweit können ...“ soll die allgemeinere Frage gestellt werden: „Warum sollten KunstlehrerInnen als Medienexperten und Moderatoren in fächerübergreifenden medienspezifischen ästhetischen Bildungsprozessen qualifiziert werden?“ An welchen (bildungs)politischen Diskurs, an welche gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen und Erfordernisse schließt die Frage nach dem Inwieweit an, die eine solche Qualifizierung – zumindest tendenziell – als sinnvoll und notwendig voraussetzt? Welche Ideen von Schulentwicklung, welche Vorstellung von Medien, welcher Begriff von Bildung ist hier unterstellt? Welche Fähigkeit, welche Haltung, welche Spezifika geben gerade der Position des Künstlers/Kunstlehrers einen Expertenstatus?

Diese Fragen sollen in einem Plenum von angehenden und bereits im Beruf stehenden Lehrer/-innen gemeinsam mit Vertreter/-innen aus der (Kunst-)Pädagogik, dem Personalmanagement und der Kunst diskutiert werden. Als konkreter Gegenstand dienen Ideen und Konzepte zur Gestaltung und zum Einsatz von (e)-Portfolios, die im Spannungsfeld zwischen Selbstvermarktung und Selbstüberschreitung untersucht werden sollen – nicht zuletzt auch bzgl. ihrer Tauglichkeit als Bewertungsinstrumente in einer fächerübergreifenden Schulorganisation.

 

Themenmodulen gehen der übergreifenden Frage nach: „Inwieweit können <KunstlehrerInnen als Medienexperten und Moderatoren in fächerübergreifenden medienspezifischen ästhetischen Bildungsprozessen qualifiziert werden?“

Es geht also vor allem um fächerübergreifende Aspekte und weniger um Fragen der Medienbildung bzw. des Einsatzes der sog. neuen Medien im Fach Kunst. Vielmehr wird die Rolle von KunstlehrerInnen an der Institution Schule neu gedacht. Dabei ist zu fragen, in welchen Medien-Feldern Kunstlehrer zukünftig qualifiziert werden müssten. Ziel ist es, inhaltlich und zeitlich überschaubare Module zu entwerfen und in ihrer praktischen Umsetzung zu erproben und weiter zu entwickeln, die sowohl im Studium als auch in der 2. Ausbildungsphase als auch in der Lehrerweiterbildung genutzt werden können.

<b>Zur Teilnahme eingeladen sind alle Studierenden, Lehrerinnen und Lehrer, Referendare sowie alle an Schulorganisation und Kunst- wie Medienpädagogik Interessierte.

 

 

 

 

Bereits abgeschlossene Veranstaltungen

 

Dr. Christiane Brohl / Christine Heil

Experimentierfeld „Handy"

Relationsforschung Handy – öffentlicher Raum – Subjektkonstruktionen

Winter-Semester 2006/2007 Termine: 13./14.10.06 und 10./11.11.06 jeweils Fr. 18-20 und Sa. 10-18 Uhr

Anmeldung bitte per Mail an ›› Christine Heil

 

Das Handy dient der mobilen Kommunikation im öffentlichen Raum und ist ein wichtiges Medium im Leben der meisten Schülerinnen und Schüler. Unterschiedliche Nutzungen durch Laut-, Schriftsprache, Foto und Film ermöglichen besondere Formen der Orientierung im sozialen Raum und lassen gleichzeitig neue Räume entstehen. Uns interessiert, wie das Handy neue Relationen zwischen dem Subjekt, dem realen, öffentlichen Raum und dem intimen, privaten Kommunikationsraum schafft. Individuelle Forschungsfragen sollen entwickelt, in fächerübergreifende Feldforschungen erprobt und gemeinsam reflektiert werden (z. B. Accessoires, Sprachmuster, Verhaltensänderungen, genderbedingte Nutzungen).

Übergreifende Frage dabei ist: Welche Potentiale bieten ästhetische und künstlerische Vorgehensweisen und Haltungen für Modellerfindungen von fächerübergreifenden Forschungsansätzen im Schulunterricht?

 

 

 

Dr. Daniela Reimann / Graham Attwell

Experimentierfeld "Game Design und Praxisgemeinschaften in Bildungsprozessen"

Winter-Semester 2006/2007 Termine: 8./9.12. 06 jeweils Fr 14-18 Uhr und Sa 10-18 Uhr

Anmeldung bitte per Mail an ››Daniela Reimann

 

Das Feld der Computerspielentwicklung beinhaltet eine Vielzahl von Schnittstellen zu unterschiedlichen Disziplinen und Bereichen, wie u.a. zu Kunst (Computerspiele-Welten als neues Kunstgenre), Design, Medieninformatik, Storytelling und Storyboard-Entwicklung u.a.m. Jugendliche entwickeln und schulen in Online Communities eine Vielzahl von Kompetenzen und Fähigkeiten hinsichtlich der Bereiche Recherche, Konstruktion, Gestaltung, Wissenserweiterung, Kommunikation, strategisches Denken u.a.m. bei Umgang und Gestaltung digitaler Information. Learning through game play and design wird im Kontext aktueller Medienkunst, pädagogisch-konstruktivistischen Ansätzen und im Rahmen der Forschung im Bereich der communities of practice theoretisch und praktisch reflektiert. Der/die Lernende gestaltet seine/ihre eigenen persönlichen Lernräume.

Weitere Informationen zum Download:

The experimental ground of game design and online communities in education

 

 

Informationen zu den Terminen, den Räumen und zu den jeweiligen Anmeldungsmodalitäten folgen!

 

Die Veranstalter:

Prof. Dr. Manfred Blohm, Dr. Christiane Brohl, Sara Burkhardt, Christine Heil, Marc Fritzsche, Werner Fütterer, Prof. Dr. Torsten Meyer, Klaus Möller, Stephan Münte-Goussar, Dr. Daniela Reimann, Andrea Sabisch, Julia Schawe, Michael Scheibel